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[ Produkte und Objekte ]

Intelligentes Konzept

Wärmender Estrich: Als zusätzlicher Wärmespeicher wird ein schwarz eingefärbter Estrich genutzt.

Seit der Eröffnung im letzten Jahr hat das „Baukompetenzzentrum Ruhr“ in Castrop-Rauxel bereits mehrfach durch seine Veranstaltungen auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt im Mai dieses Jahres: Hier war das neue Gebäude im Gewerbepark Erin zentraler Anlaufpunkt für die Aktion Schachtzeichen, eine der Kulturhauptstadt-Aktivitäten des Ruhrgebietes. 350 große und in 80 Metern Höhe fliegende Ballone markierten dabei ehemalige Bergwerksschächte. Für den Strukturwandel in der Region stehen auch Projekte wie das Baukompetenzzentrum. Die Suche nach einem größeren Büro für sie selbst brachte die Architekten Jörn und Achim Leder auf eine ungewöhnliche Idee: Die Brüder übertrugen das Prinzip der „Ärzte-Häuser“ mit verschiedenen Fachärzten unter einem Dach auf die Bauwirtschaft. Statt Ärzten nutzen den Neubau jetzt Planungsbüros verschiedener Fachrichtungen rund um das Thema Bauen. Integriert sind zudem ein Seminar- und Veranstaltungsbereich sowie eine ständige Bauausstellung mit innovativen Produkten. Das Konzept ist vor allem an interessierte Bauwillige gerichtet, denen ein komprimiertes und ausgewogenes Leistungsspektrum an einem Ort angeboten wird.

Entstanden ist mit dem Neubau nicht nur eine optisch repräsentative und kommunikative Adresse. Auch der wirtschaftliche und schonende Umgang mit Energie fällt auf. Die Architekten planten eine Haus-in-Haus-Konstruktion, bei der die einzelnen Bürokomplexe als statisch eigenständige Kuben in das Gebäude hineingebaut und durch ein Stegsystem miteinander verbunden sind. Die Kuben bestehen aus massiven Kalksandsteinwänden der Marke Unika. Als Funktionsbauteile sind sie Wärmespeicher und thermische Regulatoren für das Innenklima. Als Gebäudehülle dient eine statisch freitragende Hallenkonstruktion mit Stahltrapezblech-Dach und Pfosten-Riegelfassade. Einen Blickfang bildet die Glasfront mit dem weit auskragenden Dach. Unmittelbar hinter der verglasten Südfassade befindet sich über die volle Raumhöhe hinweg eine weitere Kalksandsteinwand. Sie speichert mit ihrer hohen Masse bei tief stehender Wintersonne die einfallende Energie und gibt diese bei Abkühlung an den Raum ab. Bei hoch stehender Sommersonne beschattet der Dachüberstand diese Wand. Ein schwarz eingefärbter Estrich speichert zusätzlich Energie. Um eine ausreichende Speicherkapazität zu erreichen, wurde der Fußbodenaufbau auf 17 Zentimeter Höhe ausgelegt. Ohne zusätzliche Heizung werden so auch im Winter bei Sonnenschein angenehme 22 bis 23 Grad Raumtemperatur erreicht. Für die zusätzliche Energiege­winnung wurde auf der Warmdach-Konstruktion eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 22 kWp installiert.

www.unika-kalksandstein.de