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Tore, Wege, Dächer

Innovationen für den Gesundheitsbau und das neu gedeckte Dach des Berliner Krankenhauses „Gottesfriede“

Marion Goldmann

Schnelllauftor für Reinräume

Efaflex hat sein reinraumtaugliches Schnelllauf-Rolltor EFA-SRT-CR für einen effektiven und an der Guten Herstellungspraxis (GMP) orientierten Betrieb von Reinräumen weiter perfektioniert. Die Edelstahloberfläche ist absolut glatt, ohne Rück- und Vorsprünge oder Hinterschneidungen. Aufgrund der geschlossenen Behangführung wird nach den aktuellen Normen der Reinraumindustrie eine extrem hohe Luftdichtigkeit erreicht. Druckgradienten im Bereich um 15 Pa bewirken einen Luftverlust von unter 10 m³/h bei einer Torgröße von 1 400 x 2 000 Millimetern. Das Tor ist für hoch frequentierte Zonen bis zu 150 000 Öffnungszyklen pro Jahr im Temperaturbereich von +5 bis +30 Grad Celsius ausgelegt.

Es eignet sich somit für den Einbau in Reinräume der Klasse 8 nach DIN EN ISO 14644 und zur Abschottung von Reinräumen der Klasse 7. Die Öffnungsgeschwindigkeit beträgt etwa 1 m/s, die Schließgeschwindigkeit circa 0,5 m/s. Zargen- und Behangverkleidungen sind in praktischer Cliptechnik ausgeführt. Serienmäßig ist das Tor in 15 oder 45 Grad Schrägausführung oder auf Wunsch auch in vertikaler 90-Grad-Ausführung erhältlich.

Antrieb und Steuerung sind in die Gesamtkonstruktion integriert. SRT-„CleanRoom-Tore sind in Größen bis zu 2 500 x 3 000 Millimeter lieferbar und können auch außerhalb klassischer Reinräume vielseitig eingesetzt werden.

Sichere Transportwege für Arzneimittelcontainer

Im modernen Klinikbetrieb wird die Versorgung der unterschiedlichen Abteilungen mit Arzneimitteln, Laborproben oder Operationsbestecken zunehmend von intelligenten Logistiksystemen übernommen. Dabei steuern fahrerlose Transportcontainer mit Magnet- oder Lasernavigation das vom PC-basierten Leitsystem angegebene Ziel direkt an. Auch das Universitätsklinikum Magdeburg verfügt über so ein automatisches Warentransportsystem (AWT). Damit sich die erschütterungsempfindlichen Transportwagen problemlos fortbewegen können, müssen die Bodenflächen nicht nur vollkommen eben, sondern auch antistatisch sein. Deshalb forderte der Auftraggeber des Klinikbetreibers, der Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, eine sichere und dauerhafte Bodenbeschichtung der Transportwege.

Eingesetzt wurde eine fugenlose, ableitfähige Epoxidharzbeschichtung von Sika Deutschland. Um Unebenheiten und Risse des bestehenden Bodens zu beseitigen, wurden die Flächen gereinigt, mit einem Epoxidharzmörtel egalisiert, geschliffen und grundiert. Dabei wurden die Übergänge zu Türen und Fugenprofilen mit einem Epoxidharzspachtel angeglichen. Der nächste Schritt bestand im Auftrag der ableitfähigen Beschichtung mit Sikafloor-220 W Conductive. Das zweikomponentige Epoxidharz dient als Leitfilm für die Deckschicht Sikafloor-262 AS N, die anschließend aufgegossen wurde. Die Oberfläche wird dadurch dicht und glänzend – auf Wunsch auch auffallend farbig. Im Magdeburger Klinikum fiel aus dem breiten Farbtonspektrum die Wahl auf ein signalstarkes Rot (RAL 3031) und Gelb (RAL 1003). Zusätzlich hat man die Bodenflächen mit schwarzen und weißen Colorchips abgestreut.

Dachziegel als Luftreiniger

Das neu gedeckte Dach des Krankenhauses „Gottesfriede“ am Rande Berlins fällt sofort auf. Unsichtbar dagegen ist das, was sich auf dem Dach tut. Die roten Finkenberger Pfannen mit ClimaLife-Oberfläche der Dachziegelwerke Nelskamp aus Schermbeck/NRW neutralisieren die Schadstoffe aus der Luft. Klinikgeschäftsführer Andreas Heinemann begründet diese Entscheidung: „Wir tragen als Krankenhaus eine besondere Verantwortung für die Gesundheit.“ Die ClimaLife-Oberfläche ist mit Titandioxidpartikeln durchsetzt. Sie wandeln mittels Fotokatalyse gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Stickoxide aus Verkehr, Heizungen und Industrie in ungefährliches Nitrat um. Bei Tageslicht werden bis zu 90 Prozent der schädlichen Stoffe neutralisiert. Von dem feinen und glatten ClimaLife-Mikrobeton spült der Regen Schmutzpartikel und das Nitrat, wichtiger Nährstoff für Pflanzen, einfach ab. Die 470 Quadratmeter große Dachfläche neutralisieren pro Jahr die Stickoxide, die ein Euro-4-Pkw in 39 950 Fahrkilometern erzeugt.

Der seit 1896 in mehreren Etappen errichtete Gebäudekomplex des Krankenhauses wird jetzt schrittweise komplett energetisch saniert. Das Dach besitzt mit 50 bis 70 Grad nicht nur eine steile Neigung, es ist durch Mansarddächer, Erker und Satteldächer zudem stark gegliedert. Derart komplizierte Konstruktionen erfordern vom Dachdecker viel Umsicht. Ab einer Neigung von 65 Grad ist aufgrund der Windsogsicherung jeder Dachstein einzeln zu befestigen, schreibt die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen vor. Besonders wegen ihrer abgerundeten Schnittkante gilt die „Finkenberger Pfanne“ als besonders sturmsicher. Ein Grund mehr für die Wahl bei diesem Objekt.

Bautafel:
Bauherr: Evangelisches Krankenhaus „Gottesfriede“, Woltersdorf
Architekturbüros: top consult köln GmbH (Gesellschaft für Technik, Organisation und Planung im Gesundheitswesen mbH); Architekt Ralf Trenkler, Berlin
Dachsanierung: Kurch Bedachungs GmbH, Köthen

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