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[ Neues von der IFA in Berlin 2009 ]

Ideen für mehr Effizienz

Wenn es nach den Herstellern von Hausgeräten ginge, gäbe es längst eine Abwrackprämie für Stromfresser in Küche und Bad.

„Ich hoffe auch in Deutschland auf Fördermaßnahmen, wie es sie in anderen Ländern schon gibt“, erklärte Miele-Geschäftsführer Reinhard Zinkann auf der Internationalen Funkausstellung Anfang September in Berlin. Das Einsparpotenzial jedenfalls wäre gewaltig: Rund 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland entfällt derzeit auf private Haushalte. Die Hälfte davon wiederum verbrauchen Haushaltsgeräte wie Staubsauger, Backofen und Waschmaschine. Mit neuen Geräten ließe sich der Energieverbrauch deutlich senken, rechnet die Branche vor und präsentierte auf der IFA 2009 ihre neuesten Produkte. Die wichtigsten Themen in diesem Jahr: Energieeffizienz, Design und mehr Komfort.

Erster vollautomatischer Backofen

Spielend leicht professionelle Ergebnisse für Hobbyköche verspricht AEG mit dem Backofen CuliSense. Der ist nach eigenen Angaben der einzige Backofen, der automatisch die richtige Beheizungsart, -temperatur und Garzeit einstellt und erkennt, wann ein Gericht fertig ist – einfach auf Knopfdruck. Je nach Wunsch zaubert der smarte Ofen die komplette Menüpalette, von Kuchen über Roastbeef, zartes Huhn und Fisch sowie Gemüseauflauf bis zur Pizza. Möglich macht dies ein Sensor im Inneren des Geräts, der Gewicht und Art der Speise ermittelt. Insgesamt 76 verschiedene Einstellungen stehen zur Wahl, die zu 1 001 Genussvarianten führen.

Herd an Geschirrspüler: Bitte melden!

Das Essen war ausgezeichnet, die nächsten Stunden versprechen einen entspannten Abend: Der Geschirrspüler startet, die Küchenbeleuchtung schaltet sich aus, nur das schmale Leuchtband der Dunstabzugshaube erhellt dezent den Raum. Im Wohnzimmer schließen die Rollläden, bis auf die Leselampe dimmen alle Lichtquellen herunter – die beschriebene „Feierabendstimmung“ ist auf der Fernbedienung unter Szenario 1 gespeichert und wird mit nur einem Tastendruck aktiviert.

Ganz klar: Intelligente Haustechnik und die Einbindung von Haushaltsgeräten in ein vernetztes Haus bringen mehr Komfort und Sicherheit. Für die Verbindung zwischen der Gebäudetechnik und den kommunikationsfähigen Hausgeräten hat Miele das Miele@home-Gateway entwickelt, das seit April dieses Jahres im Handel ist. Das Gateway ist eine Box in Buchgröße und quasi die Schaltzentrale der „Miele-Welt“. Hier sind die kommunikationsfähigen Hausgeräte angemeldet. Das Gateway definiert, welche Statusabfragen (zum Beispiel Restlaufzeit des Geschirrspülers) oder sogar Steuerungsmöglichkeiten (zum Beispiel Waschmaschine starten) für den jeweiligen Gerätetyp möglich sind. Zugleich bietet das Gateway eine Softwareschnittstelle zur Integration in Hausbussysteme.

Die Steuerung eines solchen Hausbussystems kann beispielsweise sehr komfortabel über einen Flachbildschirm mit Touchbedienung erfolgen, der an beliebiger Stelle im Haus installiert werden kann.

Gigant für Gourmets

Auch Kühlschränke können Designobjekte sein. Beispiel: der GR-P247CNNV von LG Electronics. Er überzeugt nicht nur mit 617 Litern Nutzinhalt bei Standardabmessungen und Energieeffizienzklasse A+. Auch seine Gestaltung mit dem weißen LED-Screen dürfte anspruchsvolle Ästheten zufriedenstellen. Praktisch: Auf der Edelstahloberfläche verschwinden Fingerabdrücke, Flecken und Kratzer, die die elegante Optik stören könnten.Innovative Kühltechniken helfen, damit Lebensmittel lange haltbar bleiben. So sorgt das sogenannte Vacuum Fresh Feature dafür, dass Sauerstoff, der für den Zersetzungsprozess von Nahrungsmitteln verantwortlich ist, aus den entsprechenden Fächern abgesaugt wird. Sie schließen praktisch luftdicht ab und schaffen so perfekte Bedingungen für die Aufbewahrung von Lebensmitteln. Über die Feuchtigkeitsregelung wird ein Frischeklima erzeugt, in dem Obst und Gemüse bis zu 14 Tage knackig frisch bleiben.

Küche, entworfen vom Architekten

Alumos β ist eine Küche, die anders ist. Eine handgefertigte Möbelserie, die mit wenigen konstruktiven Komponenten auskommt, aber dennoch einen breiten kreativen Spielraum bietet. Entwickelt haben sie der Architekt Hartmut Cammisar und der Betriebswirt Martin Heyl. Mit ihrem Unternehmen YC Quadrat wollten sie eine eigenständige und individuelle Möbelkollektion auf den Markt zu bringen. Die Küchenmöbel sind modular aufgebaut. Jeder Korpus besteht aus Aluminiumwabenplatten, die durch satinierte Glasscheiben, Furniere, Mineralwerkstoff- oder Aluminiumverbundplatten ergänzt werden. Auch Linoleum oder Leder sind möglich. Verbunden werden die Module durch massive Aluminium-Rechteckprofile, jedes Element bleibt so klar erkennbar. Auf Wunsch können die Fugen zwischen den Modulen mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet werden, die in verschiedensten Farben Akzente setzen.

Lichtspiel im Spülbecken

Zusammen mit dem Leuchtenhersteller Halemeier hat Schock ein Lichtsystem aus LED-Spots entwickelt, die in seine Spülbecken aus NanoGranite und Cristalite integriert werden können. Arbeitsgänge wie Spülen oder Obstputzen werden so punktgenau beleuchtet, raffinierte Lichteffekte inklusive. Schock baut die weißen Power-LED auf Wunsch in insgesamt 26 Modelle ein. Bedient werden die Leuchten über einen Funkschalter, zusätzliche Kabel sind nicht nötig. Der Schalter muss nicht zwingend in die Küchenanrichte integriert werden, er kann auch per Magnet am Kühlschrank kleben oder unter Hängeschränken montiert werden.

Arbeitsplatte aus Glas

Sprinz bietet jetzt seine Küchen-Arbeitsplatten aus Glas bis zu einer Länge von 3,60 Meter an. Dafür wird zwölf Millimeter starkes Einscheiben-Sicherheitsglas verwendet. Kochfelder können flächenbündig oder aufgesetzt, Spülbecken zusätzlich unterbündig eingebaut werden. Abtropfrillen sind ebenfalls möglich. Sie werden direkt in das Glas gefräst, wodurch sie sich nahtlos in die fugenlose Optik der Arbeitsfläche einfügen. Die Gesamtdicke der Arbeitsplatte, bestehend aus Glas inklusive Trägerplatte, beträgt 40 beziehungsweise 50 Millimeter.

Einheit von Spüle und Armatur

Auch der Vorgang des Geschirrspülens wird wissenschaftlich erforscht. Zum Beispiel vom Institut für Landtechnik der Universität Bonn. Rainer Stamminger, Professor für Haushalts- und Verfahrenstechnik untersuchte im Rahmen der Studie „Handgeschirrspülen in Europa“ unterschiedliche Gewohnheiten beim Abspülen, wozu Probanden aus verschiedenen europäischen Ländern und Regionen eingeladen waren. Ziel war es, dass das Geschirrspülen in Zukunft umweltschonender und sparsamer wird, denn die Spülmaschine erledigt längst nicht alle Arbeiten.

Auf die Ergebnisse dieser und anderer Untersuchungen hat der Armaturen-Hersteller Dornbracht mit dem neuen Konzept „Water Zone – Cleaning“ reagiert. Spezielle Armaturen – die Water Sets – sowie entsprechende Becken – die Water Units – ermöglichen es, die Arbeitsprozesse in der Küche wie das Vor- und Zubereiten von Speisen räumlich zu trennen. So, wie man es aus Profiküchen kennt. Die Water Units umfassen verschiedene Einzel- und Doppelbecken, die speziell für die Kombination mit den Küchenarmaturen entwickelt wurden. Zusammen bilden sie eine Funktionseinheit. Der große Aktionsradius der Armaturen erleichtert es, Behältnisse vorab zu reinigen. Der extra starke Strahl der Profibrause entfernt Schmutz und Anhaftungen besonders gut. Über den integrierten Excenter lässt sich das Wasser im tiefen Becken beliebig stauen. Für Küchen, deren Grundriss eine vollständige Trennung der Arbeitsprozesse nicht zulässt, fasst „Universal“ mit einem multifunktionalen tiefen Becken und einem flachen Becken die Vorteile der Water Zones zusammen. Übrigens: Nach der EU-weiten Studie schließt sich nun bis 2010 eine weltweite Analyse des individuellen Spül- und Abwaschverhaltens an.

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