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[ Konjunktur ]

Es geht bergauf

Zuversicht und Auftragsvolumen in Architekturbüros nehmen zu.

Erich Gluch

Ein halbes Jahr lang hatte sich im vergangenen Herbst und Winter das Geschäftsklima in den Architekturbüros eingetrübt, doch seit dem Frühjahr geht es wieder bergauf. Das bestätigt die jüngste Umfrage des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung bei freischaffenden Architekten, durchgeführt im Juli und August. Die Befragten schätzten ihre aktuelle Lage deutlich besser ein als vor einem Vierteljahr. Der Anteil derer, die sie als „gut“ bezeichnen, stieg im Durchschnitt der Bundesländer von 27 auf 33 Prozent.

Der Anteil der „Schlecht“-Urteile sank gleichzeitig von 35 auf 29 Prozent. Eine ähnlich gute Einschätzung ihrer Auftragssituation hatte es letztmals Mitte der 90er-Jahre gegeben. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind aber zum Teil erheblich. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und im Saarland bezeichneten mehr als die Hälfte ihre Geschäftslage als „gut“, am ­geringsten war die Zufriedenheit in Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Nur noch jeder siebte Architekt erwartete für das nächste halbe Jahr einen Rückgang seines Geschäfts.

Im Durchschnitt der Bundesländer konnten 54 Prozent der Befragten im zweiten Quartal 2009 neue Verträge abschließen. Der Aufwärtstrend, der seit gut sechs Jahren zu beobachten ist, setzte sich behutsam fort. Das geschätzte Bauvolumen aus den neuen Verträgen (nur Neubauten, kein Bestand) lag im Wohnungsbau rund 20 Prozent über dem Wert des Vorquartals, im Nichtwohnbau rund sieben Prozent.

Erneut aufwärts ging es bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier war das vierte Quartal 2008 extrem schwach gewesen, ein halbes Jahr später stieg das neu akquirierte Planungsvolumen um 36 Prozent an. Auch der Geschosswohnungsbau belebte sich, jedoch von sehr niedrigem Ausgangsniveau. Bemerkenswert ist die positive Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Wirtschaftsbau gingen die Planungsaufträge aber zurück; sie waren nicht einmal halb so hoch wie in der guten Zeit von Ende 2006 bis Mitte 2008. Die von öffentlichen Auftraggebern vergebenen Planungsaufträge waren gut 20 Prozent größer als im ersten Quartal 2009. Hier setzte sich ein positiver Trend fort, der seit rund drei Jahren zu beobachten ist – vor allem in den östlichen Bundesländern.

Der durchschnittliche Bestand an Aufträgen stagnierte. Mit 5,3 Monaten waren die Auftragsreserven Ende Juni 2009 jedoch so groß wie zuletzt vor 14 Jahren. Allerdings gibt es hier eine breite Spanne zwischen den Ländern: In Schleswig-Holstein und im Saarland reichen die Auftragspolster durchschnittlich sechs Monate; dagegen sind es in Brandenburg, Sachsen und Thüringen nicht einmal vier Monate.

Erich Gluch ist Wissenschaftler am ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München.

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