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[ Objektbericht ]

Energiehüllen

Wirtschaftlichkeit: Solare Fassaden und Dächer können Werte schaffen.

Die Sonne wird im 21. Jahrhundert die Architektur prägen, wie nie zuvor. Technologisch sind die Voraussetzungen vorhanden – die vor einigen Jahren noch grassierenden Vorbehalte gegenüber gebäudeintegrierter Photovoltaik sind geschwunden, je weiter Solarmodule optisch und funktional entwickelt wurden. Auch das Kostenargument hat kaum noch Gewicht: Allein mit gebäudeintegrierter Photovoltaik lassen sich Fassaden ­gestalten, die langfristig Erträge produzieren.

Indirekt helfen Solarelemente in der Gebäudehülle, auch Kosten bei mecha­nischen Abschattungssystemen einzusparen. Vorgehängte ­semitransparente Systeme, die nur geringen Hitzeeintrag zulassen, erlauben, Klimaanlagen kleiner auszulegen. Und mithilfe großer semitransparenter Solardächer lässt sich der Bedarf an künstlichem Licht reduzieren.

Semitransparentes Solardach (Umbau Bundeswehrkaserne Wolfhagen, HHS Planer+Architekten)

So bei einem der größten semitransparenten Solardächer Deutschlands, das – geplant vom Architekturbüro HHS Planer + Architekten – Ende vergangenen Jahres in Wolfhagen bei Kassel entstanden ist. Eine Bundeswehrkaserne wird hier zu einem Bildungszentrum umgenutzt. Herzstück ist eine ehemalige Panzerhalle, deren 4 800 Quadratmeter große Dachfläche zum Kraftwerk umfunktioniert wurde.

Statt mit den bisherigen ­Wellfaserzementplatten ist das Dach jetzt mit rund 7 200 teiltransparenten Dünnschicht-Photovoltaikmodulen des Typs Asi Thru von Schott Solar mit einem geringen Eigengewicht von 0,24 kN/m² bedeckt. Die Module fungieren als Gebäudehülle, sind für das Sonnenlicht durchlässig, spenden Schatten und sind wärmeisolierend.

Trotz nicht ganz optimaler Ausrichtung der Halle liefern die Module mit 193 kW Nennleistung seit ­November 2008 eine Strommenge, die ausreichen würde, um 35 Einfamilienhäuser zu versorgen. Pro Jahr erzeugt das Schul­dach rund 150 000 Kilowattstunden Strom und spart so jährlich 90 Tonnen CO2. Die Kosten für das rund 1,4 Millionen Euro teure Dach werden die Einspeiseerträge nach etwa 20 Jahren amortisiert haben.

Opake Dünnschichtmodule verbergen unansehnlichen Beton.

Was sich auf dem Dach bewährt, funktioniert auch in der Fassade: Nur zwei Zentimeter dick war die Wärmedämmung eines leer stehenden 70er-Jahre-Bürogebäudes in Saarbrücken – sowohl aus energetischen als auch aus ästhetischen Gründen unattraktiv.

Für die Sanierung verzichtete die Grundstücksverwaltung Schneppendahl auf ein herkömmliches Wärmedämmverbundsystem, das zwar günstig gewesen wäre, aber hohe Instandhaltungskosten nach sich gezogen und das Gebäude mit seinen Beton- und Asbestfassaden nicht attraktiver gemacht hätte. Eine neue, wartungsfreie Fassade sollte es stattdessen optisch und energetisch aufwerten: 950 Quadratmeter der 1 200 Quadratmeter Fassadenfläche sind jetzt mit rund 1 500 opaken Dünnschichtsolarmodulen der Designvariante Asi Opak verkleidet.

Die Solarfassade leistet 29 kWp (Kilowatt-Peak) und erzeugt rund 24 600 Kilowattstunden pro Jahr, die in das öffentliche Netz eingespeist werden und zur Amortisierung beitragen. Inzwischen haben ein Finanzdienstleister und eine Krankenkasse die Büros bezogen.

Speziell für Architekten betreut bei Schott eine eigene Managementeinheit die Produktbereiche Flachglas, Spezialglas, Faseroptik und Solar. Deren Website hilft bei der Suche nach Produkten und Ansprechpartnern:

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