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[ Photovoltaik und Solarthermie ]

Auf dem Weg zum Bauprodukt

Die Trends der Intersolar 2009: bessere Optik, niedrigere Kosten und einfachere Montage.

Ina Röpcke

Während der Intersolar im Mai präsentierten über 1.400 Unternehmen auf rund 10.000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen. Obwohl sich die Messe um Photovoltaik, Solarthermie und solares Bauen gliederte, waren nur die ersten beiden Bereiche hallenspezifisch zugeordnet. Für Architekten und Planer hieß es, sich in punkto solares Bauen auf die Suche zu machen. Fündig wurden sie insbesondere dort, wo Hersteller spezielles Augenmerk auf die Gebäudeintegration legen. Bei den neuen Angeboten, die vor allem Architekten und Planer ansprechen sollten, ging es um verbesserte Optik, Kostenreduktion und Vereinfachung der Montage.

Seitdem Frankreich und Italien dach- und fassadenintegrierte Photovoltaikanlagen (Building integrated photovoltaics – BIPV) mit einer höheren Einspeisevergütung als zusätzlich angebrachte Anlagen belohnen, ist Bewegung in den Markt gekommen. Als gebäudeintegriert werden Anlagen bezeichnet, die neben der Stromerzeugung mindestens eine weitere Funktion der Gebäudehülle übernehmen, also zum Beispiel Witterungs- oder Sonnenschutz.

Gerade Solarstrommodule, die sich anstelle von Dachschindeln in die Dachhaut integrieren lassen, gehören zum Standardangebot von zunehmend mehr Modulherstellern (z.B. von Solarworld, Schott Solar, Solar-Fabrik, Sunways). Wurden sie bisher noch in eine separate Unterkonstruktion eingesetzt, so zeigten jetzt Weiterentwicklungen, wie Photovoltaikmodule nun selbst zur wasserführenden Schicht in der Dachhaut werden. Durch speziell entwickelte Rahmen überlappen sich die Module, so dass das Wasser direkt abfließen kann. Die kristallinen Module werden über Bohrlöcher im Rahmen direkt mit der Dachlattung verschraubt (z.B. bei Solon und Solarwatt). Durch die schnellere Montage und weniger Einzelkomponenten sollen die Investitionskosten zwischen 50 bis 70 Prozent unter denen herkömmlicher Indachsysteme liegen.

Die Hersteller tun viel dafür, dass BIPV-Produkte schneller allgemein akzeptierte Bauprodukte werden. Etwa dadurch, dass Glas-Glas-Module mit PVB-Folie als Zwischenschicht angeboten werden (Scheuten Solar). PVB gilt als geregeltes Bauprodukt, was die Zulassung vereinfacht.

Auch bei den neuen Produkten für die Fassade stehen einfache Montage und Optik im Mittelpunkt. Etwa „solare Kassettenmodule“ (Sulfurcell), die wie konventionelle Fassadenkassetten rahmenlos in eine Pfostenkonstruktion eingehängt werden und als vorgehängte, wasserdichte Fassade einschließlich einer dahinter liegenden Isolierung fungieren.


Verbundsicherheitsglasmodule
in zwei Varianten kommen aus Österreich (Ertex Solar). Bei der Variante „Pressleiste“ werden die Module verlegt und mit Schrauben an der Unterkonstruktion fixiert. Beim „Structural Glazing“ wird ein Spezialsilikon in die Fugen eingefügt, um eine homogenere Optik zu erhalten. Noch allerdings wird die Variante Pressleiste bevorzugt, da im Markt Bedenken gegenüber der langfristigen Dichtigk voneit Silikon noch nicht ausgeräumt sind

Noch weiter gehen modular aufgebaute Fassadensysteme (Kawneer-Alcoa), die Komponenten aus den Bereichen Verglasung, Sonnenschutz, Tageslichtlenkung, Be- und Entlüftung sowie Photovoltaik oder Solarthermie nach Belieben kombinierbar machen.

Im Bereich Solarthermie kommen ebenfalls mehr Produkte für die Fassade auf den Markt. Aus Frankreich kommt ein in die Glasscheibe integrierten Absorber. Das „Solarthermie-Glas“ (Robin Sun) soll die Funktionen eines Fensters mit denen eines Kollektors verbinden und Heizenergie für die Warmwasserbereitung liefern.


Der wichtigste Solarthermietrend waren jedoch die Hybridprodukte
, mit denen mehrere Hersteller aufwarteten. Die Systeme kombinieren unterschiedliche Funktionselemente – so gibt es Anlagen, die Hybridkollektor, Wärmepumpe, Latentwärmespeicher und Kombispeicher vereinen (Consolar) oder Sonnenheizungen, die mit solarthermischen Anlagen und Luftwärmepumpen arbeiten (Sonnenkraft). Eine dritte Variante wurde speziell für Ein- und Zweifamilienhäuser entwickelt (Schüco). Ihre Hybrid-Wärmepumpe besteht aus einem Solar-Kombispeicher, einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem Gas-Brennwertmodul. Der Solarspeicher stellt rund ums Jahr die Wärme für das warme Wasser zur Verfügung. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen schaltet sich die Wärmepumpe ab und das integrierte Gas-Brennwertmodul übernimmt zusammen mit der Solaranlage die Wärmeversorgung.

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