DABonline | Deutsches Architektenblatt
Menü schließen

Rubriken

Services

Menü schließen

Rubriken

Services

Zurück
[ Außenanlagen ]

Wilde Wasser

Die Kanu-Slalom-Anlage am Markkleeberger See ist nicht nur technisch, sondern auch landschaftsarchitektonisch interessant.

Die Kanu-Slalom-Anlage am Markkleeberger See war ursprünglich Teil von Leipzigs gescheiterter Olympiabewerbung für 2012. Sie ist die erste Sportstätte in Deutschland, bei der die Wildwasserbedingungen allein durch den Einsatz von Pumpen simuliert werden. Aber sie ist nicht nur technisch, sondern auch landschaftsarchitektonisch interessant.

Die Anlage wurde von der Stadt Markkleeberg an einem neuen See im einstigen Braunkohletagebau errichtet und besteht aus zwei separat zu betreibenden Kanälen. Des Weiteren befindet sich auf dem Gelände ein zentral angeordnetes Funktionsgebäude mit integriertem Pumpenhaus. Um dem Komplex ein wild-natürliches Flair zu verleihen, setzte das mit der Landschaftsplanung beauftragte Dresdener Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten entlang der Strecken zum Beispiel mit robusten Steinschüttungen Akzente.

Künstlich angelegte Wiesenhänge mit punktuellen Baumpflanzungen umschließen die Anlage, bieten Schutz und schmiegen sich gleichsam harmonisch in die Umgebung ein. Neben den Kanälen aus Beton positioniert sich das vom Leipziger Architekturbüro RKW GmbH + Co. KG entworfene Funktionsgebäude als Erhebung im Zentrum der Anlage. Die Stahlbetonkonstruktion erhielt als Fassade eine vorgesetzte, hinterlüftete Wandbekleidung aus horizontalen Lärchenholzlamellen. Gestalterisch fungiert die Holzfassade als optische Klammer für die unterschiedlichen Gebäudeteile.

Konsequenterweise erhielt auch das Flachdach eine extensive Begrünung, die von kleineren, begehbaren Bereichen unterbrochen wird. Grundlage dieser unterschiedlich genutzten Flachdachflächen bildet eine Abdichtung der Dach- und Dichtungsbahn Evalon der Alwitra GmbH aus Trier. Rohstoffbasis ist eine Hochpolymerlegierung aus Ethylen-Vinyl-Acetat-Terpolymer (EVA) und Polyvinylchlorid (PVC). Diese Stoffe machen die Dichtungsbahn thermisch und mechanisch hoch belastbar. Sie kann bei einlagigen Abdichtungen in allen Flachdachbauweisen und Verlegearten eingesetzt werden. Ihre Wurzel-, Rhizom- und Queckenfestigkeit ist insbesondere auf Gründächern von Vorteil.