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[ Außenanlagen ]

Spione im Park

Vier Aufgänge auf dem Novartis-Campus in Basel zeigen, dass auch Treppenhäuser zu unterirdischen Anlage hell und freundlich sein können.

Treppenhäuser in Tiefgaragen sind oft lieblos gestaltet. Dass es auch anders geht, zeigen die vier Aufgänge einer unterirdischen Abstellanlage auf dem Novartis-Campus in Basel. Sie führen in einen Park und wurden von der Wiener Künstlerin Eva Schlegel konzipiert und umgesetzt: „Mein Konzept sieht vor, je einen kreisförmigen Spiegel mit zehn Meter Durchmesser an den Treppenhauswänden über alle drei Etagen hinweg zu platzieren.“ Betritt man das Treppenhaus oben vom Park aus, ist also nur ein Kreissegment des Spiegels sichtbar.

Die anderen etwa zwei Drittel folgen dem Treppenlauf bis hinunter ins Parkhaus. Auch wenn sich das Treppenhaus unter der Erde befindet, ist es dort unten nicht dunkel, denn die Spiegel reflektieren das Tageslicht.

Realisiert wurde die Spiegelkonstruktion über lastabtragende Wände aus Verbundsicherheitsglas, auf deren Innenseiten die Spielkreise direkt aufgedampft wurden. Über dem Erdboden sind die Spiegel semitransparent – man blickt vom Ausgang in den Park, aber nicht umgekehrt. Dazu Christoph Haas von Ernst Basler + Partner aus Zürich: „Über Bodenniveau wirkt der Spiegel also wie ein Spion.“

Basler + Partner waren Generalplaner und erbrachten die ingenieurtechnischen Leistungen. Ausführender Lieferant war Glas Marte aus Bregenz. Herstellung und Montage dieser Konstruktion waren für das Unternehmen eine außergewöhnliche Aufgabe. Geschäftsführer Bernd Feigl: „Die Herausforderung bestand nicht nur in der Produktion der Spiegelelemente, sondern auch darin, eine Halterung für die Glaswände zu entwickeln.“

Befestigt sind diese jeweils am unteren Ende der Treppenhäuser, indem das Glas eingespannt wurde. Oberhalb des Terrains sind die zwei Glaswände statisch wirksam mit dem Dach aus rostfreiem Stahl verbunden, wobei die Stabilisierung gegen Windlasten ausschließlich durch die Glaswände selbst erfolgt. Bei Planung und Ausführung profitierte Glas Marte von seinen langjährigen Erfahrungen und hausinternen Forschungen zur Befestigung derartiger Glaskonstruktionen. Die Lösung liegt an der Grenze des technisch noch Möglichen und setzte höchste Präzision voraus.

www.glasmarte.at

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