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[ Balkone ]

Herausragend

Größe und Ausstattung von Balkonen entscheiden maßgeblich mit darüber, wie wirtschaftlich sich eine Immobilie vermarkten lässt.

Die Thermografie zeigt schonungslos den erhöhten Wärmeabfluss nach außen, wenn die Balkonplatten thermisch nicht fachgerecht vom Baukörper getrennt sind.

Marion Goldmann

Bei auskragenden Bauteilen, wie Balkonen oder Laubengängen, werden Planer immer wieder herausgefordert, energieffiziente Bauweisen und anspruchsvolle Architektur zu verbinden. Auskragungen stellen hier eine besonders brisante Wärmebrücke dar. In der Praxis wird deshalb zum Teil versucht, solche Konstruktionen möglichst zu umgehen. Dabei bietet die Firma Schöck Bauteile mit ihrer Isokorb-Produktreihe schon lange Lösungen zur thermischen Trennung an. Das Wärmedämmelement ist gleichzeitig Teil der Statik und so sind weit auskragende Bauteile mit großen Tragweiten möglich. Wie weit auskragend der Balkon letztendlich sein kann, hängt vom Verhältnis der Plattendicke zur Kraglänge (Biegeschlankheit) ab. Grundlage für die Dimensionierung ist die DIN 1045-1, wonach zwei Kriterien zu erfüllen sind:

 

  • Konstruktiv: Die Biegeschlankheit muss eingehalten und die Gebrauchstauglichkeit gewährleistet sein.
  • Statisch: Die Schnittgrößen sind so zu dimensionieren, dass die statische Tragfähigkeit sichergestellt ist.

Mit der entsprechenden Tragstufe des Isokorb Typ K – konzipiert für die thermische Trennung von Bauteilen aus Stahlbeton – kann bei einer Balkonplatte von 24 Zentimetern beispielsweise eine Kraglänge von 2,70 Metern realisiert werden. Die Auswahl der einzelnen Tragstufen hängt letztlich von den Lasten und der Geometrie des Balkons ab. Bei größeren Plattendicken sind auch größere Kraglängen möglich. Standardtypen erlauben Plattendicken bis maximal 25 Zentimeter. Für größere Auskragungslängen entwickelt das Unternehmen auf Anfrage auch Sondertypen. Das war etwa mit einer Auskragung von 3,19 Metern für das Objekt Zuger Tor in der Schweiz der Fall.

Geschosshohe Verglasung

Mit „SL 25 XXL“ hat Solarlux ein Schiebedrehsystem auf den Markt gebracht, das mit Einscheibensicherheitsglas (ESG) bis zu 15 Millimetern Stärke ausgerüstet werden kann. Dadurch können Balkone geschosshoch verglast werden – sogar bei hohen Gebäuden mit starkem Winddruck. Nach Angaben des Unternehmens ist diese rahmenlose Konstruktion weltweit einzigartig. Die „SL 25 XXL“ ist eine Weiterentwicklung des Ganzglas-Schiebedrehsystems SL 25. Neben einem breiten gestalterischen Spielraum bietet die XXL-Variante zudem eine deutliche Schallreduzierung. Diese beträgt zum Beispiel bei einer Glasstärke von zehn Millimetern 17 Dezibel.

Neu ist auch das als vorgehängte Fassade mit integrierter Brüstung konzipierte System „SL Modular“. Die Module, die die Balkonbrüstung und Verglasung miteinander verbinden, werden werkseitig vormontiert und als komplette, einbaufertige Einheit angeliefert. Jedes Modul besteht aus einem tragenden Profilrahmen und einer horizontalen Brüstungsoberkante. Am Baukörper wird „SL Modular“ mit Konsolen an den Deckenplatten verankert. Die Module werden mit Aluminiumformteilen vollflächig verkleidet, so dass auch die Stirnflächen von Kragplatten und Betonteilen witterungsgeschützt sind. In die senkrechten Verkleidungen können optional Fallrohre zur Entwässerung integriert werden.

Alternativen zum Gitter

Gutjahr hat sein Drainroste-Programm für den Anschlussbereich zwischen Balkon oder Terrasse und dem Innenraum um zwei Rostauflagen aus Edelstahl in einem modernen Design erweitert. Damit hat der Hersteller von Bausystemen für die Entwässerung, Entlüftung und Entkopplung von Balkon- und Terrassenbelägen Produkte in sein Programm aufgenommen, die ästhetisch gehobenen Ansprüchen gerecht werden. Nicht überall passe die herkömmliche Gitterrostoptik zu Architektur und Ausstattung, begründet das Unternehmen diesen Schritt. Angeboten werden die neuen Edelstahlroste in einem quadratischen und einem profiliertem Design. Sie fügen sich zum Beispiel in hochwertige Beläge wie Naturstein besonders gut ein. Neu ist auch eine auf der Website herunterladbare Übersichtsbroschüre „Drainroste. Türanschlüsse und Fassaden optimal entwässern, schützen und vielfältig gestalten“. Sie enthält neben dem kompletten Sortiment Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten, Normen und Richtlinien sowie Einbaubeispiele.

Planungshilfe

Gerade bei kleineren Gebäuden ist der nachträgliche Anbau von Balkonen in der Regel mit einem erhöhten Planungsaufwand verbunden. Es sind zahlreiche Details zu erarbeiten, die Statik sicherzustellen und das Balkonsystem den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Entlastung bietet hier die Firma Ehrmaier mit ihrem Stahlbalkonbaukonzept. Architekten erhalten eine Reihe von Hilfsmitteln, die individuelle Lösungen bei gleichzeitig reduziertem Planungsaufwand erlauben. Neben Konstruktions- und Planungshilfen wie der Anbindung in das Wärmedämmverbundsystem oder der DIN-gerechten Entwässerung umfasst das Paket Ausschreibungstexte, statische Nachweise und Unterlagen für Bauherren. Für die fachgerechte Ausführung eines Bauvorhabens initiierte Ehrmaier bundesweit ein Partnernetzwerk mit Metallbauunternehmen, die Planer regional unterstützen. Zusätzlich hat ein Fachbeirat einen Leitfaden für die Planung erarbeitet.

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