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[ Bodenbeläge ]

Starke Auftritte

Bei Bodenbelägen stehen Qualität und Nachhaltigkeit immer mehr im Vordergrund. Außerdem setzen die Hersteller stark auf individuelle Designkonzepte.

Marion Goldmann

Im Januar gab es mit der Bau in München und der Domotex in Hannover zwei Messen, auf denen Hersteller von Bodenbelägen vertreten waren. Die optischen Highlights waren die neuen Kollektionen. Hinter den Kulissen aber war deutlich zu spüren, dass die Branche bei Themen wie der Umweltverträglichkeit von Produkten und der Ausgestaltung von Serviceleistungen aktiver wird. Eine fundierte und umfassende Beratung, auch von Architekten, wird wichtiger. Bei den hohen Anforderungen, die an Bodenbeläge im Gewerbe und in öffentlichen Bauten gestellt werden, reicht ein Besuch mit dem Musterkoffer längst nicht mehr aus.

Gefragt ist das optimale Produkt für den jeweiligen Einsatzbereich. Das Gros der renommierten Hersteller hat deshalb seinen Service auf diesen Bedarf hin ausgerichtet. Ein anderes Thema waren Umweltproduktdeklarationen (EPDs). Bei Bauvorhaben spielt die Nachhaltigkeit eine bedeutendere Rolle – auch bei der Entscheidung für Bodenbeläge. Eine Reihe von Anbietern kann bereits mit EPDs aufwarten.

Differenzierte Auswahl

Gerade die Domotex in Hannover ist seit eh und je eine Domäne der Teppichindustrie. Von ihr verlautete Erfreuliches: Qualität auf dem Boden gewinnt an Boden. Steigende Polgewichte und die Renaissance der hochwertigen gewebten Ware (Axminster-Qualität) zeigen diesen Trend. Hans Joachim Schilgen, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie e. V.: „Nachdem lange Zeit mehr flache und harte Teppichböden angesagt waren, beginnen Architekten, bei der Belagswahl jetzt zwischen hoch und weniger ­beanspruchten Bereichen zu differenzieren.“

So werden in Sitzecken, die keine Stuhlrollen­eignung benötigen, gern höherflorige, also komfortablere Materialien gewählt. Die Designkonzepte der Hersteller – zum Beispiel das Arbeiten mit Intarsien oder Ton-in-Ton-Varianten – haben dafür inzwischen ein breites kreatives Feld geschaffen.

Auch die Teppichfliese scheint aus ihrem jahrzehntelangen Schattendasein herauszutreten. Dazu tragen neue Designs und unterschiedliche Formate bei, die die ungeliebten Nahtstellen optisch hervorheben oder kaschieren, sowie gewichtsstarke Qualitäten, sogenannte Schwerfliesen, die mit dem Untergrund nicht mehr verklebt werden müssen und bei Schäden leicht einzeln ausgetauscht werden können. Der Variantenreichtum wächst. Dennoch spielt auch hier die Ökologie eine Rolle. Zu Produkten mit Bitumen- oder PVC-Schwerbeschichtung gibt es jetzt Alternativen.

Bedrucktes Holz

Ein neuartiger Echtholzboden lässt sich mit jedem beliebigen Muster und in jeder beliebigen Farbe versehen. Kaindl hat dafür eine Digitaldrucktechnologie entwickelt und ist damit nach eigenen Angaben weltweit als erster und einziger Hersteller in der Lage, Echtholzdielen in Fotoqualität zu gestalten. Mit speziellen UV-Tinten werden dazu die Dielen im sogenannten Single-Pass-Inkjetdruckverfahren berührungslos bedruckt.
„TWO Echtholz Designböden“  heißt die Kollektion. Allein in der Edition „Classic“ hat der Hersteller aus Salzburg zurzeit 57 verschiedene Designs auf Lager – von „Eiche Vintage“ bis zur braunblauen Satinnuss. Außerdem wird mit „Custom“ eine Sonderedition angeboten, die Kunden nach Lust und Laune selbst gestalten können. Alle Editionen werden als Schmaldielen produziert, deren Oberflächen auch besonders verschleißfest und langlebig sind.

Individuelle ­Bodengestaltung

Mit der neuen  Laminatedition 1 und 2 könne jeder seine persönlichen Designikonen finden, erklärt der Fußbödenhersteller Parador. Hier werden nicht nur Hölzer imitiert, sondern geometrische Muster, Bilder und Formen aufgebracht. Dank neuester Drucktechnik mit bis zu 1 440 x 1 440 dpi wirken die Motive mit einer hohen Farbbrillanz sehr echt.

Neu ist auch Parador Identity – ein Angebot für einen Boden mit unverwechselbarem, persönlichem Design. Je nach Gestaltungslust und persönlicher Kreativität können Architekten, ­Designer, Profigestalter und Konsumenten ein Laminat­design nach eigenen Vorstellungen entwickeln und ab einer Mindestmenge von 100 Quadratmetern als persönliches Bodenunikat herstellen lassen.

Hochwertig und ökologisch

Vier Neuentwicklungen präsentierten die Vorwerk-Teppichwerke auf der Domotex. Mit der neuen Axminster-Hotelkollektion „Castello“ Vorwerk den Zeitgeist der internationalen Tophotellerie aufgegriffen. Nicht nur beim Design – hier werden sechs verschiedene Welten angeboten –, sondern auch bei der Qualität.

„Axminster“ gehört zu den hochwertigsten Webfertigungen bei textilen Bodenbelägen. Die Teppichböden besitzen besonders weiche Oberflächen, eine dichte Struktur und mit bis zu 2 400 g/m² viel Volumen. Bei Teppichfliesen ist jetzt mit den „TEXtiles“-Leicht- und Schwerfliesen auch eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Produkten erhältlich. Sie sind durch den Verzicht auf Bitumen und PVC voll recycelbar, durch ihre hohe Isolationswirkung energieeffizient und für Allergiker geeignet.

Klassiker neu ­interpretiert

Vor 50 Jahren entwickelte Anker Perlon Rips. Der Webklassiker mit der unverwechselbaren und klar strukturierten Schlingenoberfläche ist in vielen Gewerbe- und öffentlichen Bauten zu finden. In all den Jahren wurde der äußerst strapazierfähige Teppichboden kontinuierlich weiterentwickelt und mit innovative Oberflächen versehen. Aus Anlass des Jubiläums hat Anker-Teppichboden Perlon Rips durch neun großzügig gemusterte Designs in verschiedenen Kolorits neu interpretiert.

Sorgenfreies Verlegen

Bei Fabromont steht die Umweltverträglichkeit seiner Produkte im Vordergrund … Bei Fabromont steht die Umweltverträglichkeit seiner Produkte im Vordergrund. Der Hersteller von „Kugelgarn“ – einem textilen Bodenbelag, dessen Polschicht aus unzähligen Faserkugeln besteht – bietet jetzt neben der klassischen Rollenware auch selbstliegende Module oder Bahnenware ohne PVC- oder bitumenhaltigen Schwerrücken an.

Stattdessen sorgt ein integriertes System auf Basis von Aluminiumhydroxid für das nötige Liegeverhalten. Mit nur 2 700 g/m² (sonst üblich circa 4 000 g/m²) ist das Flächengewicht der Module zudem gering. Aluminiumhydroxid ist nicht toxisch und physiologisch verträglich. Es spaltet im Brandfall Kristallwasser ab, wodurch der Belag „schwer entflammbar“ wird. Außerdem präsentierte der Hersteller Kugelgarn in neuen Farben und Designs, zum Beispiel die überarbeitete Kollektion Resista Cosmic.

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