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Halbes Schloss

Hat der Architekt des Palastes der Republik den des Humboldt-Forums inspiriert?

Ganz und halb: Kombinationsversuch von Arzt, Graffunder und Gericke von 1992

Für seinen Berliner Schlossentwurf hat Franco Stella teils mehr, teils weniger nachvollziehbare Kritik erhalten – bis hin zu Faschismus-Unterstellungen in der sonst seriösen „Zeit“. Von spezieller Art ist ein neuer Vorwurf: Stella habe bei Heinz Graffunder abgekupfert, dem Entwerfer des Palastes der Republik. Diesen Eindruck äußert Graffunders einstiger Büropartner Lothar Gericke.

Die beiden und ihr Kollege Lothar Arzt hatten 1992 den Palast zu retten versucht, indem sie vor ihn ein halbes Schloss platzierten. Gericke und die Tochter des 1994 verstorbenen Graffunder schreiben nun, Stellas Entwurf ähnele unter den jetzigen Wettbewerbsbeiträgen „am meisten allen Merkmalen der vor 17 Jahren vorgestellten Entwurfsidee“. Eine Nord-Süd-Passage sei auch damals geplant gewesen – zwischen ­Palast und Halbschloss. Und vom Barockbau hätten sie in ihrer 50-Prozent-Variante ungefähr das rekonstruieren wollen, was Stella nun in dessen westlicher Hälfte plane. Der nimmt den Vorwurf gelassen: „Den Entwurf von 1992 kenne ich nicht. Und Vorbilder für mich sind Palladio und Schinkel, nicht Heinz Graffunder.“