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[ Objektbericht ]

Passivhaus im Kleinformat

Resol-Hartschaumplatten sorgen dafür, dass sich ein hoher Energiesparstandard jetzt auch bei besonders kleinen Altbauten erreichen lässt.

Marion Goldmann

Passivhäuser mit einem Energieverbrauch von höchstens 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter im Jahr werden immer begehrter. Bislang war die Umrüstung auf dieses Niveau bei Gebäuden mit einer Wohnfläche von unter 100 Quadratmetern durch das ungünstige A/V-Verhältniss kaum möglich. Ein gutes Passivhausniveau kann nur mit einem entsprechend leistungsfähigen Dämmstoff erzielt werden.

Mit den bisher verfügbaren Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), die im Durchschnitt über einen Wärmeleitwert von 0,040 W/mK verfügen, ist das kaum möglich. Seit einigen Monaten bietet Saint Gobain Weber das WDVS weber.therm.plus an, bei dem der Dämmstoff Resol-Hartschaum mit einem Wärmeleitwert von 0,022 W/mK zum Einsatz kommt.

Die geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials ermöglicht eine effektive Dämmung bei minimaler Dämmstoffdicke. Für dieses System entschied sich deshalb unter anderem das Büro Rongen Architekten aus dem rheinischen Wassenberg, als es dort ein Wohnhaus zum Passivhaus umbauen ließ: Professor Ludwig Rongen: „Mit dem Objekt konnten wir jetzt zeigen, dass selbst kleinste Gebäude wie dieser Altbau mit einer Wohnfläche von nur 74 Quadratmetern umgerüstet und sogar auf einen Verbrauch von unter 1,5 Litern gebracht werden können.“

Die Dämmung ist an diesem Ergebnis maßgeblich beteiligt. Seine Berechnungen hatten diesbezüglich eine erforderliche Dämmstoffdicke von 240 Millimetern ergeben. Zum Vergleich: Ein herkömmliches WDVS der Wärmeleitgruppe 040 hätte eine Schichtstärke von 440 Millimetern erfordert.

Ausgeführt wurde das System in zwei Dämmstofflagen von jeweils 120 Millimetern, für die sich der Architekt gemeinsam mit dem Stuckateurbetrieb A. Bürsgens entschieden hatte. Durchgängige Fugen lassen sich dadurch einfach und sicher verhindern. Die erste Plattenlage wurde geklebt und gedübelt. Der Auftrag des Klebemörtels erfolgte rahmenförmig an den Rändern, verbunden mit drei senkrechten Mittelstreifen. Die gleichmäßige Verteilung stellt sicher, dass nach dem Andrücken der Platten mindestens 60 Prozent der Fläche mit dem Untergrund verbunden sind.

Die zweite Dämmstoffschicht wurde vollflächig mit der ersten verklebt. Als Endbeschichtung des Systems wählte man einen mineralischen Leichtedelputz in einer 0,5-Millimeter-Körnung aus. Mit dem Schwammbrett fein abgefilzt, entstand so eine filigrane, tuchmatte Oberflächenstruktur. Das gebrochene Weiß der darüber aufgebrachten Fassadenfarbe weber.ton 410 steht in einem spannungsreichen Kontrast zu den dunklen, fast rahmenlos in Erscheinung tretenden Fensterflächen. Sie wurden teilweise mit anthrazitfarben lasierten Lärchenholzleisten verkleidet.

Ludwig Rongen ist mit dem Ergebnis zufrieden. Die Optik stimmt und der Energieverbrauch liegt bei nur 1,2 Litern Heizöl pro Quadratmeter. Obwohl zwei Schichten Dämmmaterial aufgetragen worden sind, ist die Fassade schlank geblieben. Darüber hinaus wurde beim Bau aber auch insgesamt auf Nachhaltigkeit und eine ökologische Bauweise geachtet.

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