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[ Kammern aktuell ]

Globale Vermittlung

In Turin treffen sich Architekten aus aller Welt. Es gibt gleich drei deutsche Ausstellungen.

Dach des Lingotto-Baus in Turin: Darunter tagt ab Ende Juni der Weltkongress der Architekten.

Claudia Sanders, Prof. Sepp Starzner, Tanja Waldmann
Vom 29. Juni bis 3. Juli findet in Turin der 23. Weltkongress der Union Internationale des Architectes (UIA) statt. Er trägt den Titel „Transmitting Architecture“, was sowohl „Architektur vermitteln“ als auch „Vermittelnde Architektur“ bedeuten kann. Die 1948 gegründete UIA ­vereint Architekten und ihre Organisationen ohne Rücksicht auf Nationalität, Rasse, Religion oder architektonische Doktrin. Einst mit 27 Mit­gliedsdelegationen entstanden, besteht die UIA heute aus ­Berufsvereinigungen und -organisationen aus 116 Ländern mit mehr als 1300 000 Architekten. Netzwerk und Kompetenz machen sie zu einer der größten Nichtregierungsorganisationen, die unter anderem mit der Unesco und der WTO zusammenarbeitet.

Alle drei Jahre findet ein Weltkongress mit anschließender Generalversammlung statt; 2002 war Berlin der Schauplatz und 2005 Istanbul. Veranstaltungsort in diesem Jahr ist das von Renzo Piano umgebaute Lingotto-Gebäude, früher Fiat-Fabrik, in dem auch die technische Hochschule Politecnico untergebracht ist. Hier präsentieren die Bundesarchitektenkammer (BAK) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) vom 26. Juni bis 6. Juli die neue Wanderausstellung „Auslandsbeziehungen. Junge Architekten aus Deutschland“. Sie entstand in ­Kooperation mit der Deutschen Welle und wird mithilfe des Goethe-Instituts Turin organisiert.

Sie zeigt 14 repräsentative internationale Projekte von unter 45-jährigen Architekten, Innenarchitekten, Stadt- und Landschaftsplanern. Die Projekte berücksichtigen heute unerlässliche Kriterien wie Nachhaltigkeit, innovative Technologie und Zukunfts­orientiertheit. Sie sollen die Vielfalt internationaler Planungsaufgaben und die breite Kompetenz junger deutscher Architekten einem internationalen Publikum vorstellen.

Zugleich laufen zwei weitere Ausstellungen: Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen präsentiert unter dem Titel „KidS – Kammer in der Schule“ (siehe auch „Kinder als Planer“) eine Fotodokumentation zu Schulumgestaltungen. Und der Landesverband Berlin des Bundes Deutscher Architekten greift in der Ausstellung „Stadtwohnen“ die Frage auf, wie sich heutige Lebensgewohnheiten in der Grundrissplanung von Wohnungen niederschlagen und welche Wohnvorstellungen aus den Planungen ablesbar sind.

Claudia Sanders, Tanja Waldmann


Von Ecobis zu Wecobis

Im Internet entsteht mit Bundes-förderung ein neues Informations-system für Bauprodukte

Eine fundierte Beurteilung und Auswahl von Bauprodukten ist für das nachhaltige Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden eine Kernaufgabe. Hierfür die notwendigen Informationen bereitzustellen, war bereits das Hauptanliegen von Ecobis 2000, das die Bayerische Architektenkammer im Jahr 2000 mit wesentlicher finanzieller Unterstützung durch das Bundesbauministerium erfolgreich auf den Markt brachte. Mittlerweile gibt es jedoch Defizite durch die Überalterung vieler Daten aufgrund von Änderungen der gesetzlichen Vorschriften und Normen, technischer Veralterung des Systems und ­kostenaufwendiger Datenpflege. Zudem lässt es sich als „Stand-alone-System“ nicht in ein harmonisiertes Gesamtsys-tem mit Schnittstellen zu Planungs- und Bewertungstools integrieren.

Diese Defizite sollen nun wieder mit Unter­stützung des Auftraggebers Bundesbauministerium durch die Weiter­entwicklung von Ecobis 2000 in ein webbasiertes Informationssystem Wecobis beseitigt werden. Projektpartner sind die Bayerische Architektenkammer, die Hochschule Augsburg und das Forschungszentrum Karlsruhe. Wecobis wird umfassende, für die Planer strukturiert aufbe­reitete, herstellerneutrale Informationen zu gesundheitlichen und ökologischen Aspek­ten von Bauproduktgruppen inklu­sive technischer Merkmale bieten.

Wecobis ist eingebunden in ein har­-mo­nisiertes Gesamtsystem von Planungs- und Bewertungstools, die für Gebäude­zertifizierungen genutzt werden können. Anfang 2009 soll Wecobis online verfügbar sein; das Deutsche Architektenblatt stellt es dann ausführlich vor.

Prof. Dipl.-Ing. Sepp Starzner lehrt Architektur und Bauwissenschaften an der FH Augsburg.