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[ ifo-Konjunkturstudie ]

Bescheidene Aufhellung

Die wirtschaftliche Lage der freien Architekten hat sich laut Umfrage des ifo Instituts geringfügig verbessert.

Heiter bis wolkig: Die wirtschaftliche Lage der freien Architekten verbessert sich leicht

Erich Gluch

Stimmung mäßig, Aussichten etwas besser: Das ist das Resümee der jüngsten Architektenumfrage des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Die freischaffenden Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage im Durchschnitt der Bundesländer schlechter als drei Monate zuvor. Nur 21 Prozent der Befragten waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden; gleichzeitig sank jedoch der Anteil der Architekten, die ihre Geschäftslage mit „schlecht“ bezeichneten, von rund 38 auf 35 Prozent.

Die Abweichungen von diesen Durchschnittswerten waren in einigen Bundesländern ganz beträchtlich: So bewertete rund ein Drittel der Architekten in Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland seine derzeitige Lage mit „gut“. Demgegenüber waren rund drei Viertel der befragten Architekten in Brandenburg sowie rund die Hälfte in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Berlin mit ihrer aktuellen Lage nicht zufrieden.

Bezüglich der Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate nahm die Zuversicht wieder etwas zu. Besonders bei den Architekten in Schleswig-Holstein, aber auch im Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern fallen die Geschäftserwartungen überdurchschnittlich „gut“ aus. Besonders skeptisch bezüglich der Entwicklung in den nächsten Monaten waren die befragten Architekten in Niedersachsen und Bremen.

Vertragsvolumina werden kleiner

Im Durchschnitt aller 16 Bundesländer konnte im vierten Quartal des vergangenen Jahres rund die Hälfte der befragten Architekten neue Verträge abschließen. Damit wurde zwar der Wert des Vorquartals um drei Prozent übertroffen, die Schwächephase der letzten Jahre konnte aber weiterhin noch nicht nachhaltig überwunden werden. Deutlich mehr Verträge als im Durchschnitt wurden in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen abgeschlossen. Auf der anderen Seite konnte nur rund ein Drittel der befragten Architekten in Brandenburg neue Vertragsabschlüsse melden.

Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) lag im Durchschnitt rund zehn Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Dabei war das insgesamt von den befragten Architekten akquirierte Planungsvolumen im Wohnungsbau nur unbedeutend kleiner als im dritten Quartal 2007. Im Nichtwohnbau hingegen verringerte sich die Auftragssumme gegenüber dem Vorquartal um rund 13 Prozent.

Die Aufträge zur Planung von Ein- und Zweifamilienhäusern lagen im Durchschnitt der analysierten Bundesländer beziehungsweise Großregionen im vierten Quartal 2007 um rund ein Sechstel über dem Niveau des Vorquartals. Wie bereits bei der scharfen Zäsur vor einem Jahr erfolgte nunmehr zum Ende des vergangenen Jahres die spürbare Erholung. Abweichungen von der durchschnittlichen Entwicklung in Deutschland gab es in drei Regionen: Besonders positiv war die Entwicklung in Baden-Württemberg. In Bayern sowie in den neuen Bundesländern und Berlin konnte demgegenüber das Vorquartalsniveau nicht erreicht werden. In Ostdeutschland verläuft die Entwicklung bereits seit einigen Jahren deutlich ungünstiger als in den übrigen Regionen.

Die Vergabe von Aufträgen zur Planung von Mehrfamiliengebäuden ist seit knapp zwei Jahren tendenziell wieder leicht rückläufig. Im Berichtsquartal lagen die Auftragseingänge 14 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in Bayern wurden zwar mehr Planungsaufträge für Mehrfamiliengebäude akquiriert als im dritten Quartal 2007, sie konnten jedoch die Rückgänge in den anderen Regionen nicht ausgleichen.

Längere Auftragsdecke

Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände der befragten Architekturbüros erhöhte sich deutlich. Die Auftragsreserven ­betrugen zum Jahresende 2007 rund fünf Monate, nachdem sie bis dahin über das gesamte Jahr bei 4,7 Monaten lagen. Damit wurde, erstmals seit über acht Jahren, auch wieder die Fünfmonatsschwelle erreicht. Die positive Entwicklung betraf alle Bundesländer mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Brandenburg. Die im Durchschnitt größten Auftragsbestände meldeten die freischaffenden Architekten in Bayern (6,5 Monate), Rheinland-Pfalz (6,1 Monate) sowie im Saarland (6,0 Monate), während die Architekturbüros in Thüringen und Brandenburg mit Auftragsreserven von durchschnittlich 2,8 beziehungsweise 2,5 Monaten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegende Auftragspolster aufwiesen.

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Erich Gluch, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München.