Fliese und Architektur
Kein Zweckbelag mehr
Interview mit Bernd Schlümer, Leiter Markt- und Produktentwicklung der Steuler Unternehmensgruppe | Ingrid Borg
Auf der Leitmesse der Fliesenbranche der Cersaie in Bologna stand in diesem Jahr „Fliese & Architektur“ im Mittelpunkt. Wie werten Sie dieses Thema?
Es ist sehr wichtig, nicht nur die technischen Eigenschaften eines keramischen Bodenbelags zu kommunizieren. Denn die Fliese ist kein reiner Zweckbelag mehr: Gerade in der Architektur eröffnet das Spiel mit den Designs und Formaten vielfältige gestalterische Möglichkeiten für nahezu jeden Anwendungszweck.
Welche Trends sind Ihnen besonders aufgefallen?
Der Fokus lag in diesem Jahr deutlich bei den neuen, nur noch 4,5 Millimeter starken Fliesen. Diese Produkte sind für den Architekten sehr interessant. Um allerdings eine fachgerechte Ausführung sicherzustellen, müssen wir die Fliesenleger schulen. Denn das Handling der großen und dünnen Formate ist wesentlich schwieriger und die Verlegung erfordert absolut ebene Flächen.
Die Wirtschaftskrise brachte der Fliesenbranche einen Umsatzeinbruch von 20 bis 30 Prozent. Welche Bedeutung hat da die Cersaie?
Hier treffen wir vor allem internationales Publikum, dem wir unsere Fliesendesigns zeitnah zu präsentieren können. Denn die Entwicklung neuer Designs ist schnelllebiger geworden. Mehr und mehr folgen sie modischen Trends beziehungsweise unterstützen unterschiedliche Stilwelten.
Welche neuen Produkte hat Steuler diesmal vorgestellt?
Mit „Teardrop“ wurde jetzt eine Wand-/Bodenkombination im Format 30 mal 60 Zentimeter eingeführt, die durch ihre tropfenförmige Struktur eine facettenreiche und außergewöhnliche Raumgestaltung zulässt. Das in drei Designlinien erhältliche Wandfliesenformat 25 mal 70 Zentimeter ist ebenfalls neu. Mit diesen Produkten haben wir das Angebot für das anspruchsvolle Wohnambiente weiter ausgebaut.










