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Leserbrief

Klare Trennung

Dieses Statement kann ich voll unterschreiben: „Baukultur ist in erster Linie die Kultur des Bauprozesses und keine Luxus“!
Zwar kleiner Stich in Richtung „Stiftung Baukultur“ als Luxus. Auch schwingt die Unternehmensberater-Erkenntnis mit, dass wir als Architekten ja keine Produkte, sondern „Prozesse“ verkaufen. Erfrischend deshalb vom Leit-„Bild“ zu sprechen statt von „Vision“.
Aber die „Akteure der Wertschöpfungskette Bau“ sind mitnichten alle Gestalter und Problemlöser. Das ist nur der Architekt/Ingenieur; weder Bau-herr noch Unternehmer zählen dazu, denn sie verstehen davon nichts.

Die klare Trennung der Aufgabenbereiche sollte ins Leitbild Bau aufgenommen werden. Wir tun uns mit einer sogenannten „partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ keinen Gefallen, wenn wir damit die vorhandene und zweckmäßige Aufgaben- und Arbeitsteilung verwischen.

Jeder weiß, dass Handwerker mit der Hand werken und nicht mit dem Kopf. Es wäre für viele eine Überforderung würde man von ihnen anderes erwarten. Der Auftraggeber/Bauherr weiß nichts von bautechnischen, juristischen, Termin- und sonstigen Problemen. Entscheidungen zu treffen und zu bezahlen ist seine Aufgabe. Kultur des Bauprozesses heißt für mich, dass man die Partner nicht übervorteilt aber auch nicht überfordert, sondern die Abgrenzung der jeweiligen Leistung, die klare Zuordnung der Aufgaben ist das A und O. Hier stecken auch die Innovationspotentiale. Man bedenke mal allein die Unternehmer-Jahrhundertaufgabe die Er-gebnisse der mit Bauherr und Architekt gemeinsam „im Team“ und „auf Augenhöhe“ geführten Baubesprechungen an seine ausführenden Mitarbeiter weiterzuleiten…

Also bei solcher Erneuerung bin ich mit dabei.

Michael Nehls, Architekt


Diese Meinung bezieht sich auf: Leitbild statt Leiden erschienen in: DAB 3/09, Seite 30

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